„Die Stadt war schon immer ein geteilter Lebensraum, in dem Menschen und Tiere miteinander koexistierten. Städte bieten nicht nur für Menschen attraktive Bedingungen; auch Tiere beanspruchen immer wieder neue innerstädtische Lebensräume für sich. Mit der Themenausstellung Urbs animalis – Die Stadt als Lebensraum für Tier und Mensch möchte der Künstlerverein Walkmühle den Blick jedoch nicht nur auf die ambivalente Stellung von Tieren im urbanen Raum richten, sondern insgesamt die vielseitigen Interaktionen und interspezifischen Beziehungen thematisieren, die aus der Begegnung zwischen Tieren und Menschen folgen.
Unser Bild vom Tier als etwas von uns völlig Verschiedenem ist nicht mehr haltbar. Tiere sind nicht nur viel intelligenter, als wir immer dachten, erfinderischer, empathischer und selbst in ästhetischen Fragen bewanderter als angenommen. Sie sind uns so ähnlich, dass die herkömmlichen Abgrenzungen und Hierarchien fragwürdig geworden sind. Der Umstand, dass wir als Menschen eben auch dazugehören, nämlich zu den Säugetieren, veranlasst viele Tieraktivisten, lieber zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Tieren zu unterscheiden, als weiterhin dem Mensch-Tier-Dualismus zu frönen. Dabei hat es den Anschein, dass dieses Umdenken nicht nur als logische Konsequenz der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf dem Gebiet der jüngeren Tierforschung zu verstehen ist, sondern sich aus vielen Quellen speist.
Künstlerinnen und Künstler besaßen immer schon das feinste Sensorium für die Wahrnehmung solcher grundsätzlichen Veränderungen. Sie erspüren Risse im Fundament gesellschaftlicher Übereinkünfte, lange bevor sie sichtbar werden, und gehen ihnen mit ihren eigenen Mitteln nach.
Die thematische Gruppenausstellung versammelt vierundzwanzig internationale zeitgenössische Positionen von Künstlerinnen und Künstlern mit Werken aus verschiedenen Kunstgattungen, von Malerei, Fotografie und Skulptur bis hin zu Performance, Installation und digitalen Medien. Sie wurden durch die Kuratorinnen Christiane Erdmann und Verena Schmidt sowohl durch gezielte Kuration als auch über eine internationale Ausschreibung ausgewählt, so dass gleichermaßen bereits etablierte Positionen als auch solche von aufstrebenden Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern präsentiert werden.
Die Ausstellung zeigt gängige Rollenzuschreibungen und Erwartungshaltungen, die an Tiere gestellt werden. Der Status unseres tierlichen Gegenübers variiert dabei zwischen Freund und Feind, Nützling und Schädling, ist aber auch Anekdote, dient der Unterhaltung, ist Konsum- oder Identifikationsobjekt.“
– Künstlerverein Walkmühle
Künstler*innen
Diana Bagnioli // Fritz Bornstück // Frank Brechter // Magriet van Breefort // Catherine Chalmers // Marcus Coates // Tanja Fender // Zohar Fraiman // Myriam Gross Mall // Frauke Hänke & Claus Kienle // Elke Härtel // Ink // Sajana Joshi // Kroot Juurak & Alex Bailey // Felix Kiessling // Hartmut Kiewert // Michelle Lloyd // Charlotte Lybeer // Kerstin Mytijasevic // Robert Roest // Corinna Schnitt // Violetta Vollrath // Marcel Walldorf // Eiji Watanabe
Ort
Künstlerverein Walkmühle e.V.
Walkmühle 3
65195 Wiesbaden
Deutschland
Ausstellungsdauer
20. August — 15. November 2026
Eröffnung
Donnerstag, 20. August 2026, 19 Uhr
(Ich werde zur Eröffnung vor Ort sein)
Öffnungzeiten
Di + Do: 10 – 15 Uhr
Mi + Fr: 17 – 20 Uhr
Sa: 14 – 19 Uhr
So + feiertags: 11 – 19 Uhr